Zuhause oder Pflegeheim: Wer zahlt was?
Stand: 26. Juli 2026
Ob ein Mensch zu Hause gepflegt wird oder ins Heim zieht, entscheidet niemand nur nach Geld. Aber die Geldseite gehört auf den Tisch — denn sie unterscheidet sich deutlich stärker, als viele denken. Hier die Übersicht, nüchtern und ohne Schönrechnen.
Der grösste Unterschied: die Hilflosenentschädigung der IV
Vor dem AHV-Alter zahlt die IV zu Hause das Vierfache: 504, 1'260 oder 2'016 Franken pro Monat je nach Grad — im Heim (mehr als 15 Tage pro Monat) nur 126, 315 oder 504 Franken. Bei der AHV sind die Beträge in Heim und Zuhause gleich (252/630/1'008), aber der Grad leicht wird nur zu Hause ausgerichtet.
→ Alles zur Hilflosenentschädigung
Zuhause: Wer die Pflege bezahlt
Zu Hause trägt die Krankenkasse die Grundpflege (52.60 Franken pro Spitex-Stunde), Ihr Eigenanteil ist auf höchstens 15.35 Franken pro Tag gedeckelt, den Rest übernehmen Kanton oder Gemeinde. Dazu kommen zwei Wege, die es nur zu Hause gibt: Angehörige können sich für die Pflege anstellen und entlöhnen lassen, und mehrere kantonale Direktzahlungen setzen das Wohnen zu Hause ausdrücklich voraus — im Wallis etwa erlischt die Finanzhilfe, wenn die unterstützte Person mehr als 15 Tage im Monat auswärts untergebracht ist.
→ Spitex: Wer zahlt was? · Bezahlt werden für Pflege
Heim: Die Taxen — und wer sie trägt
Heimkosten setzen sich aus Pflegetaxe, Betreuungstaxe und Pension zusammen und unterscheiden sich stark nach Kanton und Haus — wir nennen hier bewusst keine Zahlen, verbindlich ist die Taxordnung des Heims. Der wichtigste Geldgeber, wenn Rente und Erspartes nicht reichen: die Ergänzungsleistungen. Sie sind ein Rechtsanspruch und decken die Lücke zwischen anerkannten Ausgaben und Einnahmen — beim Heimeintritt gehören die Heimkosten in diese Rechnung. Verbindlich rechnet die EL-Stelle.
→ Ergänzungsleistungen · Der EL-Ratgeber
Der Weg zurück: Aus dem Heim nach Hause
Weniger bekannt: Der Wechsel geht auch in die andere Richtung. Wer aus dem Heim austreten und zu Hause leben möchte, kann mit dem Assistenzbeitrag der IV eigene Assistenzpersonen anstellen — der Check fragt diese Situation ausdrücklich ab.
Ehrlich gesagt: Es gibt keinen Pauschal-Vergleich
Ob zu Hause oder im Heim «günstiger» ist, hängt von Pflegebedarf, Wohnsituation, Kanton und Familie ab — Pauschalrechnungen aus dem Internet helfen selten. Was sich aber immer lohnt: vor dem Entscheid alle Ansprüche kennen, die in beiden Szenarien fliessen.
Ihre Zahlen statt Pauschalen
Der Gratis-Check zeigt in rund zehn Minuten, welche Leistungen in Ihrer Situation und Ihrem Kanton infrage kommen — mit Beträgen, Quellen und zuständigen Stellen.