Erwerbstätigkeit für die Pflege reduzieren: was zahlt der Staat?
Stand: 25. Juli 2026
Beruf und Pflege unter einen Hut zu bringen, geht selten ohne Einschnitte: ein paar Tage frei hier, ein reduziertes Pensum dort, manchmal ein längerer Ausstieg. Der Staat lässt Sie dabei nicht ganz allein – es gibt mehrere Absicherungen, je nachdem, wie stark und wie lange Sie kürzertreten.
Für akute Situationen: der Betreuungsurlaub
Wird ein Familienmitglied oder Ihre Partnerin/Ihr Partner krank oder verunfallt, haben Sie als Arbeitnehmende Anspruch auf einen bezahlten Kurzurlaub – bis zu 3 Tage pro Ereignis und höchstens 10 Tage pro Jahr. Der Lohn läuft in dieser Zeit weiter.
→ Kurzzeitiger Betreuungsurlaub (OR 329h)
Für einen längeren Ausfall: die Betreuungsentschädigung der EO
Ist ein Kind schwer krank oder verunfallt und Sie unterbrechen dafür die Arbeit, ersetzt die Betreuungsentschädigung der EO 80 Prozent Ihres Einkommens (höchstens CHF 220 pro Tag) für bis zu 14 Wochen.
→ Betreuungsentschädigung der EO
Die eigene Rente sichern: Betreuungsgutschriften
Wer eine hilflose, nahe erreichbare angehörige Person betreut, kann jährlich eine Betreuungsgutschrift aufs eigene AHV-Konto erhalten. Wichtig zu verstehen: Das ist keine Auszahlung, sondern eine Gutschrift, die erst später Ihre Rente erhöht – sie gleicht aus, dass Sie wegen der Pflege weniger einzahlen. Bei mehreren Betreuenden wird sie aufgeteilt.
→ Betreuungsgutschriften der AHV
Wenn das Budget dauerhaft knapp wird
Reduzieren Sie Ihr Pensum längerfristig und wird es finanziell eng, lohnt der Blick auf die Ergänzungsleistungen – und darauf, ob Ihr Kanton einen Erwerbsausfall durch die Pflege mit abfedert. Mehrere Kantone kennen dafür eigene Regeln.
→ Ergänzungsleistungen · Ihre Kantonsseite
Alternative: als pflegende Person bezahlt werden
Statt das Pensum zu reduzieren, lässt sich die Pflege in manchen Fällen auch vergüten – etwa über eine Anstellung bei einer Spitex. Das ist ein eigener Weg mit eigenen Voraussetzungen.
→ Lohn für die Pflege von Angehörigen
Was gilt für Ihre Situation?
Welche dieser Absicherungen für Sie, Ihr Pensum und Ihren Kanton in Frage kommen, zeigt der kostenlose Check in rund zehn Minuten.